Immer mehr Unternehmer nutzen das Internet, um ihre Waren und Dienstleistungen online zu verkaufen oder anzubieten. Das Angebot an leicht bedienbaren Shoplösungen ermöglicht Kunden den einfachen Einkauf über ein Internetportal und die problemlose, teilweise vollautomatische Verkaufsabwicklung des Unternehmers. Um im elektronischen Handel den richtigen Shop für die angebotene Ware zu haben – egal ob Streetwear Shop oder Delikatessen Shop – bieten Softwareentwickler verschiedene Shopsysteme an. Durch die Unterschiede der angebotenen Waren eignen sich nicht alle Shoplösungen für alle Verkaufsprojekte. Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn der Internet-Shop über viele Funktionen verfügt, um ein breites Publikum anzusprechen. Zu den Standards der heutigen E-Commerce Lösungen gehören eine Warenkorbfunktion um mehrere Artikel kaufen zu können, die Auswahl unterschiedlicher Bezahlmöglichkeiten und bei hochpreisigen Artikeln eine Bonitätsprüfung. Auf dem deutschen Markt haben sich zwei Systeme etabliert, die als sogenannte Open-Source Lösungen angeboten werden, aber auch als lizensierte Editionen erhältlich sind.
Magento ist ein Unternehmen aus den Vereinigten Staaten und vertreibt unter gleichem Namen eine Open-Source-Software, die seit 2008 auch in zwei lizenzierten Versionen erhältlich ist. Durch den modularen Aufbau der Software lassen sich viele Funktionen in das auf PHP- und MySQL-basierende Framework integrieren. Aktualisierungen lassen sich somit integrieren, ohne den eigentlichen Programmkern überschreiben zu müssen. Neue Kunden- und Produktinformationen können in separaten Tabellen gespeichert und dort ohne größeren Aufwand ergänzt oder geändert werden. Auch neue Attribute lassen sich so ohne größeren Aufwand hinzufügen. Da die unterschiedlichen Tabellen miteinander verknüpft sind, wirkt sich dies aber leider negativ auf den Seitenaufbau aus. Erweiterte Funktionsleistungen, Updates und verschiedene Support-Leistungen haben allerdings ihren Preis. Die Professional Edition kostet jährlich 3000 US-Dollar. Die Enterprise Edition mit allen Funktionen schlägt im Jahr mit 13.000 US-Dollar zu Buche.
Wie beim amerikanischen Hersteller der Shop-Software trägt auch OXID des deutschen Herstellers den Firmennamen. Anders als Magento wurde die e-Commerce Lösung aus Deutschland erst ab 2008 als Open-Source-Programm angeboten. OXID basiert ebenfalls auf PHP und MySQL, verfügt aber über ein anderes EAV-Datenmodell. Das Shopsystem bietet den Anwendern alle Vorzüge einer modernen, ausgeklügelten Software. Viele Funktionen zur Verkaufsförderung werden durch ein gutes Content Management System unterstützt. Neben der einfachen Installation und der schnellen Projektumsetzung basiert die Software auf dem neuesten Stand der Technik zur Suchmaschinenoptimierung. Die OXID Professional Edition kostet einmalig 2000 Euro. Die Enterprise Edition ist direkt beim Hersteller für 14.000 Euro erhältlich. Zusätzlich fallen jährliche Kosten von 4000 Euro für den Supportvertrag an.
Beide E-Commerce-Lösungen weisen Vorteile und Nachteile auf. Wer sich für die Software des amerikanischen Herstellers Magento entscheidet, sollte über ein gewisses Know-how in der PHP-Programmierung verfügen, da der Quellcode der Software nur teilweise dokumentiert ist. Ein deutschsprachiges Schulungsprogramm wird derzeit noch nicht angeboten, ist aber laut Hersteller in der Entwicklung. Fragen der Anwender werden zur Zeit über den Support geklärt. In Webinaren des Unternehmers werden häufig gestellte Fragen oder Probleme der Anwender behandelt. Anwender der OXID Shop-Software haben hier klare Vorteile. Der deutsche Hersteller Oxid eSales stellt umfangreiche Schulungsprogramme mit möglichen Zertifizierungen zur Verfügung. Dies hebt die mangelnde Quellcode-Dokumentation unter Oxid-Forge gegenüber dem amerikanischen Hersteller Magento teilweise auf. Zahlreiche Verbesserungen und Tests werden regelmäßig durchgeführt und veröffentlicht. In der letzten Veröffentlichung des Herstellers sind über 90% des Programmcodes der OXID CE Version überprüft worden.



